DETEKTOREN FÜR DIE SCHATZSUCHE / Kern
Messung des sich drehenden Erdkerns


Zwei Wissenschaftler der Columbia-Universität zogen die seismologischen Wellen von 38 Erdbeben zwischen 1967 und 1995 als Grundlage zur Messung der Umdrehung des inneren Erdkerns heran. Dies war die erste Messung der Erdkernbewegung. In der Wissenschaft wird noch an dieser Messung geforscht:

1. Die seismischen Wellen der Erdbeben bewegen sich bei einer leicht geneigten Richtung im Verhältnis zur Kernachse schneller durch den Erdkern.

2. Da diese schnellere Kurslinie sich nach oben ausdehnt, würde der Punkt, an der sie an der Oberfläche austritt, stationär sein, falls die Erde und ihr Kern sich in der gleichen Geschwindigkeit drehen würden.

3. Der Kurs der Linie verschob sich seit 1900 ca. einen viertel Teil des Zirkels in östliche Richtung rund um den Nordpol. Die Wissenschaftler behaupten, dass dies geschieht, weil der Kern seine tägliche Drehung ca. zwei Drittel Sekunde schneller als die Erdoberfläche abschließt.

DER ERDKERN


Der interne feste Kern misst 1.500 Meilen Durchmesser im Vergleich zu dem Erddurchmesser von 7.900 Meilen. Er formte sich aus einem schweren flüßigen Eisenkern, der in die Erdmitte absank, während die Erdkruste abkühlte. Ein riesiger Druck, millionenmal größer als auf der Meeresoberfläche, hält die Temperatur des Kerns auf ca. 8.500 Grad.

BEWEGUNG DER SEISMISCHEN WELLE


Der riesige innere Druck des Kerns reihte die Eisenatome zu einer kristallinen Struktur auf und schuf damit einen Nord-Südkurs, über den die seismischen Wellen sehr schnell ablaufen.

DIE DREHUNG DES ERDKERNS IST SCHNELLER ALS DIE DER ERDKRUSTE
 

Bei einer Entdeckung, die eines der größten Geheimnisse der Erde lüften könnte, fanden zwei Seismologen heraus, dass der interne Kern des Planeten sich schneller dreht als der Planet an sich.

Diese Studie wird als bedeutendster Schritt für das Verständnis der Kräfte gehalten, die das magnetische Erdfeld generieren und aufrecht erhalten. Albert Einstein betrachtete diese Analyse als eine der aufregendsten Probleme der Physik.

Die Wissenschaftler können dabei auch mehr über den Erdkern lernen und wie sich die Wärme über den Planeten ausbreitet. Dieser Wärmefluss führt die Bewegung der Erdplatten und schafft auf diese Weise Berge und Ozeane, teilt Kontinente und verursacht Erdbeben.

“Dieser Fluss identifiziert etwas, was eine große Ungewissheit darstellte“ sagte der Geologe Michael Wysession von der Washington University in St. Louis.

Während langer Zeit haben die Wissenschaftler geglaubt, dass das Innere des Erdkerns, ein Kristall aus festem Eisen von der annähernden Größe des Mondes, sich unabhängig von der Erdoberfläche drehte.

Aber die neuen Entdeckungen der Seismologen Paul Richards und Xiaodong Song des Lamont-Doherty Earth Obervatory von der Columbia-Universität messen zum ersten Mal die Geschwindigkeit des Erdkerns.

“Zum ersten Mal haben wir einen festen Punkt zur klaren Beobachtung... von dem, was da unten zugeht“ sagte Richards. “Es besteht ein Überraschungsgefühl darüber, dass dieser große Gegestand diese Geschwindigkeit erreicht.”

Der innere Erdkern wurde erstmals durch seismologische Methoden im Jahr 1936 festgestellt. Er dreht sich, weil er von viel flüssigem Eisen des äußeren Kerns umgeben ist.

“Er ist fast wie en großer elektrischer Motor, der eine enorme elektrische Strömung erzeugt", sagte Richards.

Dies erzeugt bei der Drehung ein magnetisches Feld um die Erde, dass sich zuweilen sonderlich benimmt. Die Nord- und Südpole des Planeten zum Beispiel, tendieren zum „Wandern“ und zur Magnetismusumkehrung.

Unter Heranziehung der seismologischen Erdbebenwellen als eine Art Sonogramm des Planeten, fanden Richards und Song, dass der interne Nukleus sich in der gleichen Richtung wie die Erde dreht, nur dass er seine tägliche Drehung schneller vollbringt.

Ihre Entdeckungen zeigen, dass der Äquator des inneren Kerns sich im Jahr 12 Meilen weiter dreht als die langsamere Bewegung der Erdkruste am Äquator.

Während des letzten Jahrhunderts hat der Erdkern eine eigene Bewegung im Innern des Planeten von ca. einem Viertel Umdrehung vollbracht. Diese Geschwindigkeit ist ziemlich schnell für eine geologische Bewegung, das heißt, ca. 100.000 mal schneller als die Kraft der Kontinente.

“Dies ist eine phantastische Entdeckung”, sagte Benjamin Chaco, ein Geologe am Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Md. „Sie hat Folgen großer Reichweite in der Erddynamik- und Evolution".
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